Magazin Kooperationskonferenz
Dieser Infoblog ist eine reine Textdarstellung des Eventmagazins zur Kooperationskonferenz 2005 in Jena. Produzierende Full-Service-Redaktion ist das 4iMEDIA Journalistenbüro Leipzig. Herausgeber ist die Gesellschaft zur Förderung des Regionenmarketing für Mitteldeutschland mbH.
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EDITORIAL
Sehr geehrte Damen und Herren, auf den folgenden Seiten finden Sie bildliche Impressionen, ausgewählte Statements und einige der wichtigsten Ergebnisse der Mitteldeutschen Kooperationskonferenz 2005. Damit möchte ich mich herzlich für Ihr Interesse, Ihr Engagement und Ihre Unterstützung für das Regionenmarketing Mitteldeutschland und seine Aktivitäten bedanken. Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, wie selbstverständlich die länderübergreifende Zusammenarbeit in unserer Wirtschaftsregion inzwischen geworden ist. Das ist der Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit, vor allem der Unternehmen im Regionenmarketing. Ihr Klaus Wurpts
ENTRANCE 1
Bewusstsein stärken: Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützen den länderübergreifenden Clusteransatz des Regionenmarketing Mitteldeutsch- land. Das ist das wichtigste Ergebnis der Mitteldeutschen Kooperations-konferenz, die im Volkshaus Jena stattfand. In ihren Grußworten plädierten sowohl der Thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus, der Jenaer Bürgermeister Dr. Peter Röhlinger als auch Prof. Georg Frank, Vorstandsvorsitzender des Regionenmarketing Mitteldeutschland GmbH, für ein stärkeres Bewusstsein der zahlreichen Potentiale der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
ENTRANCE 2
Cluster als Türöffner: Die Konferenzteilnehmer strömten am frühen Morgen des 8. November in den Großen Saal des Volkshauses. Informationsstoff bot die Kooperationskonferenz reichlich, zu der das Regionenmarketing Mitteldeutschland Akteure aus Wirtschaft, Politik und Medien eingeladen hatte. Die Referenten versorgten das Auditorium mit den aktuellsten Entwicklungen in den Clustern der regionalen Wirtschaft.
AUDITORIUM
Teilnehmer aus ganz Deutschland: Mehr als 300 angemeldete Gäste konnten die Veranstalter der Kooperationskonferenz 2005 vermelden. Viele der Teilnehmer kamen aus dem Drei-Länder-Eck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen; zahlreiche waren aber auch aus den anderen Bundesländern angereist.
MODERATION
Herzlich willkommen! Als Moderatoren führten Konferenzleiterin Hanka Fischer und Klaus Wurpts, Geschäftsführer der Regionenmarketing Mitteldeutschland GmbH, durch das Programm der Veranstaltung. Auf diesem Foto bergüßen sie gerade gemeinsam die mehr als 300 Teilnehmer der Kooperationskonferenz im Saal des Jenaer Volkshauses.
DR. PETER RÖHLINGER
Lichtstarker Leuchtturm: "Wie zahlreiche andere Städte ist Jena ein gutes Beispiel für einen aufstrebenden Wachstumskern. Dennoch brauchen wir eine überregionale Vermarktung des Standortes, um alle Wachstumspotentiale voll ausschöpfen zu können. Methaphorisch gesprochen: Dieser Leuchtturm ist lichtstark - aber um überregional erstrahlen zu können, brauchen wir die Cluster des regionalen Marketings."
ALEXANDER V. WITZLEBEN
Standortimage verbessern: "Jena ist wahrscheinlich der einzige Standort in den neuen Bundesländern, wo heute mehr Menschen arbeiten, als vor der Wende. Doch hier wie in der ganzen Region Mitteldeutschland müssen wir an der Wahrnehmung unseres Standortes arbeiten und sein Image verbessern. Denn außerhalb unserer drei Länder herrschen leider noch enorme Unkenntnis und zahlreiche Vorurteile über das wirtschafltiche Wachstums-Potenzial und die Investitionsbedingungen in Mitteldeutschland - wie ich auf Kongressen und anderen Wirtschafts-events auch 15 Jahre nach der Wende immer wieder feststelle."
PROF. GEORG FRANK
Kräfte bündeln: "Wir haben in den letzten Monaten und Jahren handlungsfähige, von Unternehmen getragene Arbeitsstrukturen über die Ländergrenzen hinweg etabliert, aus denen neue Kooperationen mit handfesten Produkten und nachhaltigen Projekten entstanden sind. Wir haben mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften bundesweit mit dem Clusteransatz auf unserer Region, unsere Unternehmen und unsere Initiative aufmerksam gemacht. Nun wollen wir dazu beitragen, eine engere Verbindung der länderübergreifenden Clusterstrukturen mit den zahlreichen lokalen Netzwerken herzustellen. Auch hier muss der Clusterprozess Kräfte bündeln."
MOKKA MÜLLER
Mehr Experimente! "Jedes gesunde Unternehmen braucht eine interne Immunabwehr, die aussichtslose Ideen beseitigt. Damit nicht sinnlos Energie in sie verschwendet wird. Doch wir sollten nicht vergessen, dass es häufig das Zufällige - im Biologischen als Mutationen Bezeichnete - ist, das Fortschritt generiert. Deshalb sollte der Mut zu Experimenten erhalten bleiben - sie sind die notwendige Basis für jede Weiterentwicklung."
DIETER ALTHAUS
Beste Grundlagen: "Wer sich zum Ziel setzt, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit zu steigern, der sollte in anderen Kategorien denken als in Ländergrenzen. Deshalb hat die Wirtschaft einen richtigen Weg eingeschlagen, nicht nur innerhalb Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens nach Kooperationspartnern zu suchen, sondern im gesamten mitteldeutschen Raum. In allen drei Ländern ist in den vergangenen Jahren in mehreren Branchen ein echter Clusterprozess in Gang gekommen, der sich gegenseitig ergänzt und verstärkt. Die Landesregierungen haben dafür beste Grundlagen geschaffen: mit modernen und gut ausgestatteten Universitäten sowie den Fachhochschulen - und einer Förderpolitik, die auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten ist."
PROF. RALF THIERICKE
Statusbericht Biotech: "In unserem Sektor ist der Markt grundsätzlich international. Die Firmen jedoch sind meist sehr klein. Nur wenn wir die Aktivitäten bündeln, können wir uns mit anderen großen Biotech-Regionen messen. Auch Fördergelder hängen oft von einer Vernetzung der Akteure ab. Daher sind wir verstärkt dabei, in unserem bisher als losem Verbund existierenden Cluster Strukturen wie zum Beispiel Module zu schaffen. Das ist nun erreicht - jetzt beginnt der Schweiß zu fließen."
DR. CHRISTOPH MÜHLHAUS
Statusbericht Chemie & Kunststoffe: "Das Cluster Chemie und Kunststoffe ist eines der am weitesten entwickelten Netzwerke in Ostdeutschland. Die durch die Vernetzung entstehenden Aktivitäten und Handlungs-notwendigkeiten sind auch dringend nötig - da unsere Branche in Gefahr gerät, sich ansonsten faul und zufrieden zurück zu lehnen. Durch die Clusterarbeit gelingt es uns jedoch, neue Impulse in einen traditionsreichen Wirtschaftszweig einzubringen und Entwicklungs-potenziale, aber auch Probleme aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass das Cluster solche Aktivitäten anregen, integrieren und koordinieren - aber nicht dominieren möchte."
AUDITORIUM
Visionen im Fokus: Im vollbesetzten Saal des Volkshauses fanden die Zuhörer - Unternehmer, Polit-Akteure und Medienmacher aus Mitteldeutschland - Gelegenheit zum regen Gedankenaustausch untereinander. Netzwerke wie die regionalen Wirtschaftscluster in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen - das zeigte die Veranstaltung deutlich - sind die ausschlaggebenden Institutionen für die zukünftige Entwicklung.
MITSCHRIFT
Erinnern ist Kunst - schreiben eine bessere, sagt ein altes Sprichwort. Das meinten wohl auch die Teilnehmer. Bis in die letzten Reihen war das Auditorium gefüllt. Aus ganz Deutschland - vor allem aber aus dem Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen - waren die Gäste angereist. Und die Konferenz hielt was die Ankündigungen versprochen hatten: Hochkarätige Referenten und interessante Streitgespräche im Podium. Genug Material zum Mitschreiben also.
PETER CLAUSSEN
Statusbericht Automotive: "Aktuell sind unsere Clusteraktivitäten geprägt von Detail- und Kleinarbeit. Dabei zählt zu zehn Prozent Inspiration - und zu 90 Prozent Transpiration. Es ist also Einsatzbereitschaft gefragt - beim Definieren der Inhalte unserer Arbeit, beim Schaffen von Strukturen und Erstellen von gemeinsamen Angeboten. Unser Cluster verzeichnet ein exponentielles Wachstum - und die erwarten wir auch für die Zukunft. Doch ein solches Wachstum ist nur möglich, wenn die Grenzen erweitert werden, an die die Entwicklung bisher stößt. Die Spielregeln für ein Branchencluster müssen klar stehen und für alle gelten, wenn Netzwerke funktionieren sollen. Daher ist es unser Anliegen, die Clusterentwicklung methodisch abzusichern - damit wir mit vollem Einsatz unsere Ziele verfolgen können: die Kräfte der Branche zu bündeln und die Leistungsfähigkeit der Region nachhaltig zu steigern."
GERD KALBITZ
Statusbericht Ernährungswirtschaft: "Unser Cluster ist zwar das jüngste in Mitteldeutschland - und es fehlt uns auch noch ein Chef, der sich den Hut aufsetzt. Doch die Unternehmen der Ernährungsbranche zählen zu den umsatzstärksten und beschäftigungsintensivsten Branchen der Region. Und wir werden die Möglichkeiten, die uns die Vernetzung im Cluster bietet, in Zukunft mindestens genauso effektiv nutzen, wie die anderen Branchencluster - die ersten Schritte dazu sind mit Prioritätenentwicklung und Aufstellung eines Clusterorganisationsmodelles schon gemacht."
KLAUS WURPTS / HANKA FISCHER
Proklamation: "Durch die gezielte, grenzüberschreitende Entwicklung von Kooperationsverflechtungen und Lieferbeziehungen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen müssen wir die vorhandenen wirtschaftlichen Stärken weiter stärken. Die Gestaltung dieses Prozesses erfordert aber: 1.) Eine engere Koordination der drei mitteldeutschen Landesregierungen in den wichtigsten Politikbereichen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit, wie z.B. bei der Verkehrsinfrastruktur, gilt es insbesondere auf die Wirtschaftspolitik (Mittelstands- und Förderpolitik), das Umweltrecht und die Forschungs- und Wissenschaftspolitik zu übertragen. Darüber hinaus sind die im Rahmen der politischen "Initiative Mitteldeutschland" geplanten Vorhaben zügiger umzusetzen. 2.) Eine möglichst intensivere Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung mit der Wirtschaft. Dafür sollte der "Strategie-dialog" des Clusters Chemie/Kunststoffe mit den Landesregierungen auch mit den übrigen länderübergreifenden Clustern geführt werden. Zudem sollten die Wirtschaftsminister in einen Dialog mit dem Mitteldeutschen Cluster Council (MCC) treten. 3.) Die erfolgreiche Umsetzung des Clustermanagements. Das bisher vor allem vom Regionenmarketing Mitteldeutschland geleistete länderübergreifende Management muss gestärkt werden, um die Koordinierungsaufgaben zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und vorhandenen Netzwerken der Bundesländer zu gewährleisten. 4.) Die Einrichtung eines Sonderförderprogramms für länderübergreifende Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Zudem sollten sich andere Bundesländern im Rahmen vorhandener Kooperations-Förderprogramme generell beteiligen dürfen. 5.) Die Konzentration des Schwerpunkts der Fördermittel beim Aufbau Ost auf die Schaffung und den Erhalt hochwertiger Arbeitsplätze im Rahmen vorhandener Wertschöpfungsketten in innovativen Branchen und Clustern. 6.) Die Einrichtung einer "Testregion Mitteldeutschland" mit gesetzlichen Experimentierklauseln (z.B. im Rahmen der Bundes-Initiative "Innovationsregion"). Sowohl der modellhafte Clusterprozess als auch die bisher geleisteten Umstrukturierungsprozesse bieten dafür gute Voraussetzungen."
LUNCHTIME
Small Talk: Im Hotel Steigenberger Esplanade erwartete die Teilnehmer ein abwechslungsreiches, leichtes Lunch-Buffett. In gelungener Kombination aus Licht, Glas, architektonischer Perfektion und Thüringer Gastlichkeit lud das erste Haus am Platze die Gäste zum entspannten Plaudern ein.
BILDERSERIE
Impressionen: Eine willkommene Abwechslung nach inhaltsschweren Clustervorträgen: Vor allem der Small Talk stand im Mittelpunkt, als sich die Konferenzteilnehmer in den Räumen des Esplanade Steigenberger die Kreationen des Küchenchefs schmecken ließen.
FORUM CHEMIE
Künstliche Erfolgsstorys: Das im März vergangenen Jahres bei der Zukunftskonferenz des Regionenmarketing Mitteldeutschland initiierte Cluster Chemie / Kunststoffe verwies auch in der internen Runde stolz auf seine Vorreiterrolle in Sachen Netzwerkentwicklung. Die Präsentation verschiedener Initiativen aus den Wirtschaftszweigen Chemie und Kunststoffindustrie machte die Vielfalt der an diesem Cluster Beteiligten deutlich. So präsentierten sich neben den Netzwerken der Kunststoffverarbeiter in Mitteldeutschland der innovative regionale Wachstumskern - Funktionelle Nassbeschichtung "Reactive WetCoating" sowie Chiralis - ein mitteldeutsches Netzwerk der Feinchemie als Partner der Pharmaindustrie.
FORUM CHEMIE 2
Ziele des Netzwerks: Die Verbesserung der Kommunikation untereinander, verbesserte Kooperationsbedingungen, die Erhöhung der Leistungspalette, ein Gemeinschaftsmarketing, die Verbesserung der Zusammenarbeit von KMU und FuE-Einrichtungen, ein intensiverer Technologietransfer sowie die Erhöhung der Innovationsfähigkeit sind die Ziele, die sich das Cluster Chemie/ Kunststoff für seine weitere Arbeit stellt.
ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT
An einem Strang ziehen: Als jüngstes Branchencluster hat die Ernährungswirtschaft noch viel Vernetzungsarbeit vor sich. Doch beim Clusterforum wurde deutlich: Es ziehen hier viele an einem Strang - und sind bereit, die Ärmel hochzukrempeln, um einen der beschäftigungsintensivsten Wirtschaftszweige der Region mit Netzwerkarbeit fit zu machen für die Zukunft.
FORUM ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT
Moderne Food-Netzwerke: Dass die Ernährungswirtschaft keinesfalls nur Landwirtschaftsbetriebe verschiedener Größe vereint, wurde beim Clusterforum deutlich. Die Netzwerkpräsentationen zeigten: Die Branche ist auf dem Weg in die Zukunft - und setzt Trends in punkto moderner Ernährung. Vorgestellt wurden das Cluster Altmark, die Initiative Clustering Food - innovative und interregional challenge, das Netzwerk REHYNA, das Netzwerk "Wertschöpfungskette gesunde Ernährung", die Food-Processing Initiative e.V. und das Netzwerk Verbrauchersicherheit-Lebensmittel (Fleisch).
CLUSTERFORUM AUTOMOTIV
Potentiale präsentiert: Im Rahmen des Clusterforums Automotive präsentierten sich verschiedene Netzwerke und Initiativen. So stellte Prof. Klaus Augsburg von der TU Ilmenau ein Forschungsprojekt zur Optimierung von Achsgetrieben vor, das Dresdner Kompetenznetzwerk ELEWER wurde vertreten durch Dr. Uwe Gohs, die IAW 2010 - Netzwerk Industrie- und Automobilregion Westsachsen-Zwickau durch Wolfgang Krug und das AL-CAST Netzwerk für Aluminiumgießen durch Dr. Jürgen Ude.
CLUSTERFORUM AUTOMOTIVE
Interessen bündeln: Interessiert hören die Teilnehmer Cluster-Sprecher Peter Claussen zu. Doch dass sich das Automobil-Cluster Ostdeutschland schon heute einer internationalen Wahrnehmung und Wertschätzung erfreut, sieht dieser noch nicht. Es gäbe noch viel zu tun, so Claussen, um dem selbstgegebenen Anspruch einer Schlüssel-Region für den Automobilbau im Herzen Europas gerecht zu werden. Dabei spiele auch die Politik eine wichtige Rolle. Claussen bemängelt "die deutlichen Vorbehalte der sächsischen Wirtschaftspolitik gegenüber einem überregionalen Ansatz." Um zukunftsfähig zu sein, müssten die Interessen aller Länder zusammengeführt werden.
CLUSTERFORUM BIOTECH
Microcluster zusammenlegen: Neben den Präsentationen verschiedener Netzwerk-Initiativen im Bereich Biotechnologie und Life Sciences fand in diesem Clusterforum vor allem eine angeregte Diskussion statt. Die Ansätze der einzelnen Netzwerke wurden dabei ebenso hinterfragt wie die Umsetzbarkeit von Forschungsergebnissen in konkrete Produkte und die Notwendigkeit der Zusammenlegung von Microclustern in Managementaufgaben. Den Fragen der Zuhörer stellten sich Dr. Jürgen Sühnel vom JCB-Jenaer Zentrum für Bioinformatik, Hans-Jürgen Große vom Netzwerk BioMeT Dresden und Dr. Klaus Breese von der NEMO-geförderten Initiative.
CLUSTERFORUM BIOTECH
Keine Hilfe: Das Auslaufen von Fördergeldern für Biotech-Unternehmen und -initiativen war eines der wichtigste Hauptthemen in den Cluster-internen Diskussionen. Dass vor allem die Grundlagenforschung auf unterstützende Förderprogramme von politischer Seite angewiesen ist, bekräftigte JCB-Vertreter Jürgen Sühnel. Aus eigener Erfahrung berichtete er, dass in diesem Bereich tatsächlich kaum mit Unterstützung durch die Wirtschaft zu rechnen sei.
HANS-PETER HIEPE
Familientreffen: Der Kongress zeigte, dass Mitteldeutschland viel Potential zur Cluster-Entwicklung hat. Im Rahmen von "Unternehmen Region" der "Innovationsinitiative Neue Länder" kurbelt das Bundesforschungsministerium (BMBF) diese Wachstumsprozesse weiter an. "Dennoch plädiere ich dafür, den Begriff "Cluster" nicht überzustrapazieren. Und es sollte auch nicht ausschließlich eine Frage der Branche sein, wie ein Cluster definiert wird. Vielmehr sollte der Begriff ein Alleinstellungsmerkmal bezeichnen, das eine Region in einem bestimmten Bereich zum herausragenden Anbieter - bestenfalls zum Weltmarktführer - macht. Es sind die unverwechselbaren Kernkompetenzen, die Cluster attraktiv und langfristig erfolgreich machen. Die Mitteldeutschland-Initiative und das Regionenmarketing - gewissermaßen als übergeordnete Instanzen - können bei der Entstehung und kritischen Begleitung von wettbewerbsfähigen Regionen in Ostdeutschland eine wichtige Rolle spielen. Gerade deshalb, weil die Initiative von den Unternehmen selbst ausgeht. Dass auf dem heutigen Kongress zwei Drittel der präsentierten Clusterinitiativen zur Familie von "Unternehmen Region" gehören, freut mich und bestätigt die innovationspolitische Strategie."Hans-Peter-Hiepe ist Leiter Regionale Innovat-ionsInitiativen und Neue Länder (BMBF)
BILDERSERIE 2
Impressionen II: Stilvoll ging es nach den Clusterforen in die wohlverdiente Kaffeerunde. Entscheider aus der mitteldeutschen Region kamen unter den ehrwürdigen Bögen der Empfangshalle ins Plaudern - und gingen frisch gestärkt in die abschließende Podiumsdiskussion.
PODIUMSDISKUSSION
Debatte um die Zukunft: Zur abschließenden Diskussion trafen sich Clustersprecher und Vertreter der Landespolitik auf dem Podium. Moderiert von "Thüringer Allgemeine"-Chefredakteur Sergej Lochthofen debattierten die Entscheider über die zukünftigen Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteldeutschland.
Debatte um die Zukunft: Der Schulterschluss mit den vielen kleinen Netzwerken aus den einzelnen Bundesländern ist gelungen - die Wirtschaft in Mitteldeutschland ist enger zusammen gerückt. Das ist das Fazit der abschließenden Podiumsdiskussion. Die Herren auf der Bühne diskutierten aber auch - mit mehr oder weniger Polemik - über Zukunft der Drei-Länder-Region.
Folgt ein adäquater Einigungsprozess? Die in der Proklamation des Regionenmarketing Mitteldeutschland aufgestellte Forderung nach einer Intensivierung der Zusammenarbeit der mitteldeutschen Länder, vor allem in Fragen von Wirtschaft und Verwaltung, stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion. Ob dem bisher sehr erfolgreich verlaufenden Kooperationsprozess der wirtschaftlichen Akteure auch ein adäquater Einigungsprozess auf politischer Ebene folgen kann, war die wohl umstrittenste Frage des Abends. Dabei bestritt keiner der Diskutanten die Vorteile eines solchen Zusammenschlusses - lediglich an der Frage der Realisierbarkeit einer Vereinigung der drei Bundesländer in den Bereichen Politik und Verwaltung schieden sich die Geister. Es diskutierten: die Clustersprecher Peter Claussen, Dr. Christoph Mühlhaus, Prof. Ralf Thiericke und Gerd Kalbitz sowie die Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz aus Thüringen und Dr. Horst Rehberger aus Sachsen-Anhalt und Joachim Wagner als Vertreter des sächsischen Wirtschaftsministeriums.
Emotionale Diskussionen: Wort- und gestenreich beschwor Joachim Wagner die Runde, nicht auf einen schnellen Erfolg einer Vereinigung der Region auf politischer Ebene zu setzen. Dafür seien auf Verwaltungsebene zuviele Herausforderungen zu bewältigen.
Weitaus optimistischer als Joachim Wagner sieht der sachsen-anhaltinische Wirtschaftsminister die Frage einer Vereinigung der drei Bundesländer auf politischer Ebene. Horst Rehberger ist überzeugt, dass die Wirtschaft als positives Beispiel dafür dienen kann, wie Ländergrenzen überwunden werden können - wenn es dem Wohle aller Akteure dient. "Im Interesse der Menschen, die hier leben, sollten wir unser Möglichstes tun, um diesen Prozess auch in der Politik zu ermöglichen und voranzubringen. Mich nervt die ewige Schwarzmalerei für Ostdeutschlands Gegenwart und Zukunft. Statt ein solches Thema zu Tode zu debattieren, sollten wir Mut zu Taten beweisen - und das Unmögliche möglich machen", plädierte Rehberger an seine skeptischen Mitdiskutanten.
SERGEJ LOCHTHOFEN
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